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Wachstumsfaktor regeneriert Hirnzellen
Alzheimer-Mittel half Patienten mit Trisomie 21
Nikotin aktiviert die Hirnleistung bei Menschen mit Down-Syndrom

Wachstumsfaktor regeneriert Hirnzellen [Neurophysiologie]
Quelle: Wissenschaft AKTUELL; 14.8.2001
STANFORD (USA) Die Degeneration von Hirnzellen bei der Alzheimer-Krankheit und dem Down-Syndrom beruht auf einem Mangel an Nervenwachstumsfaktor (NGF) im Vorderhirn. In Versuchen mit Mäusen ist es jetzt gelungen, bereits geschädigte Zellen durch Zugabe dieses Wirkstoffs wieder zu reaktivieren. Darüber berichten amerikanische Wissenschaftler in der "Early Edition" der "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Bei beiden Krankheiten degenerieren so genannte basale cholinerge Neuronen des Vorderhirns. Die Zellen schrumpfen, und einige sterben ab. Dabei wird die Verbindung zum Hippokampus, einer für Lernen und Gedächtnis wichtigen Hirnregion, unterbrochen, so dass es zum Verlust geistiger Fähigkeiten kommt. Für eine normale Entwicklung und Funktion benötigen diese Nervenzellen einen Wachstumsfaktor, der im Hippokampus gebildet wird. Dessen Funktion ist es, an Rezeptoren der Zellmembran zu binden und dadurch biochemische Reaktionen auszulösen, die die Genaktivität beeinflussen.

Forscher der Stanford University und der University of California in San Francisco arbeiteten mit einem Mäusestamm, der ein dem Down-Syndrom entsprechendes Krankheitsbild zeigt. Sie stellten fest, dass mit fortschreitendem Alter der Tiere der Nervenwachstumsfaktor zwar weiter im Hippokampus gebildet, aber nicht mehr in ausreichender Menge ins Vorderhirn transportiert wird. Durch Infusion des Wirkstoffs gelang es ihnen, bereits eingetretene krankhafte Zellveränderungen wieder rückgängig zu machen. "Unsere Befunde werden wichtige Konsequenzen für die Behandlung von Alzheimer-Krankheit und Down-Syndrom haben", schreiben die Autoren. Demnach sterben bei diesen Krankheiten weniger Hirnzellen ab, als bisher angenommen. Vielmehr verharren geschädigte Neuronen in einem inaktiven Zustand, in dem sie aber empfänglich für NGF und reaktivierbar bleiben.

Die Wissenschaftler wollen nun die Ursache für den blockierten Transport des NGF aufklären. Andere Forscher haben bereits mit klinischen Studien begonnen, um mittels einer Gentherapie das Gen für NGF in Zellen des Vorderhirns zu übertragen.

Autor/-in: Joachim Czichos
Quelle: PNAS Early Edition
 

Down-Syndrom: Behandlung mit Donepezil erfolgreich
US-Studie: Alzheimer-Mittel half Patienten mit Trisomie 21
Quelle: Ärzte Zeitung, 31.03.1999

Durham (ikr). Patienten mit einem Down-Syndrom kann anscheinend mit einer medikamentösen Therapie geholfen werden, wie sie derzeit zur symptomatischen Behandlung bei Alzheimer-Demenz angewandt wird. Nach den Ergebnissen einer offenen US-Studie wurden bei vier erwachsenen Patienten mit Trisomie 21 kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenz gebessert, nachdem sie mit Donepezil behandelt worden waren.

Wie Dr. Priya Kishnani und ihre Mitarbeiter von der Down Syndrom Clinic in Durham in den USA berichten, wurden die Patienten im Mittel neun Monate lang mit dem Alzheimer-Medikament behandelt (Neurology 50, 1998, 136). Es wurden sechs Wochen lang fünf Milligramm Donepezil täglich und danach zehn Milligramm der Substanz gegeben. Bei allen Patienten hatten sich die Kommunikationsfähigkeit, die verbale Ausdrucksfähigkeit, der Aufmerksamkeitsgrad und die Stimmungslabilität nach Ansicht der behandelnden Ärzte und der pflegenden Angehörigen gebessert, vor allen in den ersten drei Monaten der Behandlung.
 

Nikotin aktiviert Down-Kranke
WIEN - Nikotin aktiviert die Hirnleistung bei Menschen mit Down-Syndrom. Eine erste
Untersuchung mit fünf Erwachsenen brachte positive Effekte.
Quelle: Lancet 356 (2000), 1409-1410

Etwa ein Drittel der Patienten mit DS entwickelt Alzheimerähnliche Symptome. Doch auch die Nicht-Dementen leiden mit der Zeit unter Verlust des Kurzzeit-Gedächtnisses und Einbußen beim räumlichen Sehen. Neben der Hemmung der Acetylcholinesterase könnte die Stimulation der Nikotin-Rezeptoren ein therapeutischer Ansatz sein, um kognitive Leistungen zu verbessern. Eine Arbeitsgruppe der Wiener Universitäts-Kinderklinik untersuchte die Wirkung von Nikotin an fünf erwachsenen Down-Patienten und fünf Freiwilligen. Während verschiedene Aufgaben zu lösen waren, wurden auch die Hirnstöme abgeleitet. Bei den gesunden Probanden ergaben sich keine Veränderungen; Down-Patienten zeigten hingegen messbar verbesserte Leistungsfähigkeit. Angesichts dieser ersten Studie an nur fünf Probanden sei es zwar noch viel zu früh, die Anwendung von Nikotin-Pflastern zu empfehlen, resümieren die Autoren. Schließlich habe jeder Patient nur eine einzige Nikotin-Dosis erhalten. Unter Langzeit-Anwendung könnten sich aber durchaus Toleranzen entwickeln.


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letzte Aktualisierung: 29.11.2001
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