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Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde e.V.

Integration behinderter Kinder in bayer. Regelschulen zurück zur StartseiteHome

    Quelle: Bayerische Staatszeitung vom 18.06.99, Seite 8

    Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags
    Viel Bewegung ... bei der Integration behinderter Kinder in Regelschulen

    Im Schuljahr 1998/99 werden nach Angaben von Ministerialrat Horst Werner Hartwig vom
    Kutusministerium rund 10.000 Kinder mit den verschiedensten Behinderungen an einer
    bayerischen Regelschule unterrichtet (Anmerkung Menschen mit Down-Syndrom, Eltern
    & Freunde e.V.: von den 10tsd. Kindern mit Behinderung sind nur die allerwenigsten mit sog.
    Geistiger Behinderung). Darunter befinden sich 39 Kinder mit Down-Syndrom,
    von denen wieder neun in einer Grundschule, elf in einer Montessorischule und zwölf in einer
    Förderschule eingeschult sind sowie sieben, die eine Diagnose- und Förderklasse besuchen. Drei
    dieser 39 Kinder sind laut Hartwig während des Schuljahres aus Bayern weggezogen.

    In diesem Zusammenhang verwahrte sich Hartwig vor dem Bildungsausschuss des Landtags
    gegen den Vorwurf, Schulverwaltung und Schulamt würden sich oft dagegen sträuben,
    behinderte Kinder in Regelschulen unterrichten zu lassen. Anhand der 39 Kinder mit
    Down-Syndrom legte er dar, dass eine Vielzahl dieser Kinder bereits vor Tätigwerden des
    Landtags in die diversen Schulen aufgenommen wurden. Dies mache deutlich, dass die
    Verwaltung "mit großer pädagogischer Verantwortung arbeitet".
    Der Ministerialbeamte wies den Ausschuss in seinem Bericht zum Stand der Integration auch
    darauf hin, dass der Vorrang der Regelschule weiterhin gelte, die Entscheidung darüber jedoch
    stets vom sonderpädagogischen Förderbedarf des einzelnen Kindes sowie den schulischen
    Rahmenbedingungen abhängig sei. Gleichzeitig teilte Hartwig den Ausschussmitgliedern mit,
    dass der mobile Dienst für Förderschulen um 42 (+16%) auf insgesamt 300 Pädagogen
    aufgestockt wurde.
    Schule müsse sich modernisieren, außerdem sollte man sich viel mehr mit
    Integrationspädagogik befassen, "was in Bayern noch nicht der Fall ist", forderte Christine
    Goertz (SPD). Ferner sprach sie sich dafür aus, besondere Rahmenbedingungen für integrative
    Beschulung zu schaffen. Blasius Thätter (CSU) begrüßte den "massiven Ausbau" des mobilen
    Dienstes. Für sehr wichtig bei der Integration hält Thätter die Einbindung aller Beteiligten.
    Obwohl sich in den letzten Jahren viel bewegt habe, müsse man einen Schritt weitergehen
    und die Rahmenbedingungen an Schulen schaffen, sagte Petra Münzel (Grüne). Gleichzeitig
    regte sie an, mehr von den Montessorischulen zu lernen und in den Regelschulbereich
    übernehmen. Dazu erklärte der Vertreter des Kultusministeriums, dass dies bereits getan und
    u.a. auch Lernzieldifferenzierung praktiziert werde.
 


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letzte Aktualisierung: 30.7.2000
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