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ReproKult  - FRAUEN  FORUM  FORTPFLANZUNGSMEDIZIN
Mai 2000, Pressemitteilung

Frauen aus Wissenschaft und Politik, Wohlfahrts- und Berufsverbänden, der Interessensgemeinschaft behinderter Frauen, dem Medienbereich, Vertreterinnen des Gen-ethischen Netzwerkes, des FFGZ Berlin, von Geburtshäusern, Familienplanungszentren, dem Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) und dem Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik gründeten vergangenen Monat das Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin mit dem Namen ReproKult.

Warum dieser Name? Um die technisierte Fortpflanzung wird ein Kult betrieben. Sexualität und der Umgang mit den Nachkommen ist jedoch auch immer Teil der Kultur einer Gesellschaft und wird von Menschen gestaltet. Ohne Frauen geht nichts. Frauen kommt in den modernen Fortpflanzungstechnologien sowie in der Embryonenforschung die Schlüsselrolle zu. Frauen sollen begehrte 'Rohstoffe' liefern, wie zum Beispiel Eizellen. Gleichzeitig sind sie als Konsumentinnen dieser Methoden eingeplant.

Bereits durch die Pränataldiagnostik, die inzwischen in Form von Ultraschall und Fruchtwasseruntersuchung zum Alltag fast jeder Schwangeren gehört, haben sich Maßstäbe von "wertem" und "unwertem" Leben eingeschlichen. Solche selektiven Diagnoseverfahren sollten nach unserer Ansicht als Routine aus der Schwangerenvorsorge  herausgenommen werden.

Durch die Präimplantationsdiagnostik soll der "Qualitätscheck" zeitlich vorverlegt werden. Dabei werden Embryonen, die im Labor gezeugt wurden, auf bestimmte Merkmale überprüft und, wenn sie nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen, verworfen. Diese Ausweitung der vorgeburtlichen Untersuchung lehnen wir aufgrund der gravierenden Auswirkungen auf das Menschenbild ab.

In der Diskussion um ein mögliches Fortpflanzungsmedizingesetz wird auch die Frage debattiert, ob die Eizellspende als Verfahren im Rahmen der In-vitro-Fertilisation zukünftig erlaubt werden soll. Anders als die Spermaspende ist die Gewinnung von Eizellen ein Verfahren mit hoher Eingriffstiefe, verbunden mit körperlichen, psychischen und sozialen Risiken für Frauen. Außerdem sind verfügbare Eizellen die Voraussetzung für eine Forschung an Embryonen. Reprokult setzt sich dafür ein, das Verbot der Embryonenforschung, des
Klonierens und von Keimbahneingriffen beizubehalten, und die embryonale Stammzellforschung einzubeziehen. Noch gibt es in Deutschland ein Embryonenschutzgesetz, das Grenzen setzt. Aus den Reihen von Wissenschaft und Forschung formiert sich Kritik und es wird eine Änderung gefordert. ReproKult setzt sich gegen eine Aufweichung der rechtlichen Regelungen ein. Technologien müssen sich daran messen lassen, welche Gefährdungen für die einzelnen Menschen damit verbunden und wie sozial verträglich sie sind.

ReproKult will die öffentliche Diskussion fördern. Unter www.reprokult.de finden Sie unsere Positionen zu den Themen:


Für weitere Fragen steht Ihnen Margaretha Kurmann unter 0421/5978480 zur Verfügung.
Email: frauen@reprokult.de


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letzte Aktualisierung: 9.5.2000
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