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Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde e.V.

Unfallversicherung schließt Menschen mit Down-Syndrom meist aus Home  |  Suchen

Menschen mit sog. geistiger Behinderung sind in der Regel vom Schutz einer Unfallversicherung ausgeschlossen, selbst wenn sie jahrelang Beiträge gezahlt haben

Denn es gelten weiterhin die "Allgemeinen Unfallversicherungs-Bedingungen (AUB 88), in denen es in § 3 heißt:
 
Nicht  versicherbar und trotz Beitragszahlung nicht versichert sind dauernd pflegebedürftige Personen sowie Geisteskranke.

Einzelne Versicherungen bieten inzwischen dennoch eine Unfallversicherung für Menschen mit Geistiger Behinderung an

In jüngster Zeit schließen einzelne Versicherungen in Abweichung von den AUB´s Verträge mit Menschen mit sog. Geistiger Behinderung ab, wie zum Beispiel die Bruderhilfe in Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.

Genauere Informationen zu dieser spezifischen Unfallversicherung finden sich z.B. unter:
http://www.bruderhilfe.de/hauptbereiche/versichern/geistig_behindert/f_right.html
 

Wir haben eine Fragebogenerhebung zur Feststellung der tatsächlichen Unfallhäufigkeit von Menschen mit Down-Syndrom gestartet, weil dazu keine Statistiken bekannt sind. Es wäre eine grosse Hilfe, wenn Sie den Fragebogen an Interessierte Menschen mit Down-Syndrom und geeignete Institutionen zur Bearbeitung weiterleiten würden.
 

Folgende Artikel befassen sich mit der Problematik von Versicherungen bei Menschen mit geistiger Behinderung:
 
 
Beschwerde des Behindertenbeauftragten (Land Niedersachsen) an das Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen
Versicherungsschutz für Menschen mit Behinderung, SALDO, Heft 2/2000, S. 20-23 (pdf-Datei, 234 KB)

Beschwerde des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen - Herr Karl Finke - an das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen

Ersteller: Detlev.Jaehnert@mfas.LAND-NI.dbp.de, Januar 1999

Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen diskriminiert
Menschen mit Behinderungen

Finke: Antidiskriminierungsgesetz auf Bundes- und Landesebene wird immer unverzichtbarer

Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen Karl Finke hat massive Kritik am Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen in Berlin geübt. Dieses hat, wie ihm erst jetzt bekannt wurde, Allgemeine Unfallversicherungs-Bedingungen (AUB 88) gebilligt, in denen es in § 3 heißt: Nicht
versicherbar und trotz Beitragszahlung nicht versichert sind dauernd pflegebedürftige Personen sowie Geisteskranke.

"Hier erkenne ich", so Finke, "ein Bild von behinderten Menschen, welches in die 50er Jahre paßt, als man noch von`Schwachsinnigen` oder `halben Kräften` sprach. Das Bild, das diese Begriffe von Menschen mit Behinderung vermittelt, war schon damals falsch. Um so erschreckender ist, dass es heute wieder in den AUB 88 auflebt, wenn das Bundesamt der Ansicht ist, dass pflegeabhängige Menschen und Geisteskranke keinen Versicherungsschutz in der Unfallversicherung beanspruchen können. Menschen, die Pflege benötigen, nehmen im realen Leben wichtige gesellschaftliche Funktionen wahr, sei es als Behindertenbeauftragte in ihren Kommunen oder auf Landesebene als Mitarbeiter oder in Vorständen von Selbsthilfegruppen und Verbänden, aber auch als Arbeitnehmer bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern.

Wer diesen, aber auch den sog. geistigbehinderten Menschen den generellen Versicherungsschutz verweigert, ohne im Einzelfall zu prüfen, ob dies angebracht ist, diskriminiert sie, und das trotz des Benachteiligungsverbotes im Grundgesetz und z. B. in der Niedersächsischen Verfassung. Damit dieses zukünftig nicht mehr möglich ist, brauchen wir dringend Antidiskriminierungsgesetze auf Bundes- und Landesebene, die behinderte Menschen auch im Privatrecht vor Benachteiligungen schützen.

"Bis dahin empfehle ich allen Menschen mit Behinderung, ihre Unfallversicherungen zu prüfen, diese ggf. zu kündigen sowie die bisher gezahlten Beiträge zurückzufordern, wenn die Versicherungsgesellschaften nicht bereit sind, auf die  Bestimmungen des AUB 88 zu verzichten", erklärte Finke. Seit 1994  sind die Gesellschaften nicht mehr verpflichtet, die Bestimmungen anzuwenden und können auf diese Diskriminierung verzichten. Dies gilt auch für die Unfallversicherungen, die in Verbindung mit Kreditkarten angeboten werden. Auch hier empfehle ich, die Kartenverträge zu kündigen, wenn die Gesellschaften nicht bereit sind, den Versicherungsschutz zu gewähren.

Wer auf seine Kreditkarte angewiesen ist, z. B. weil er oft beruf lich oder privat verreist und dann im Hotel lebt, sollte unbedingt darauf bestehen, dass er seine Kreditkarte - ohne Versicherungsschutz - verbilligt erhält, da er von der abgeschlossenen Unfallversicherung keine Leistungen im Falle eines Unfalles zu erwarten hat.


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letzte Aktualisierung: 25.12.2001
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